MAPLEWOOD (USA) Support: SIMONE WHITE (USA)

Nada Surf macht Folk? Na ja, nicht wirklich, eigentlich ist es nur der Drummer, Ira Elliot, der mit der Band Maplewood seinen Folvorlieben frönt. Das hört sich bei den Kritikern dann wie folgt an:

„Die New Yorker Indiesupergroup um Champale-Sänger Mark Rozzo und Nada-Surf-Drummer Ira Elliott träumt wieder von Kalifornien: Punktgenau zum Woodstock-Jubiläum verneigen sich Maplewood knapp vier Jahre nach ihrem Debüt ein zweites Mal vor zurückgelehntem Westcoastsound à la Beach Boys, Byrds und Crosby Stills Nash & Young. Erneut überzeugt ihr Singer/Songwriter-Sound mit mehreren Lead- und Rhythmusgitarren, zumal sie dieses Mal mit Gerry Beckley (America) und Alan Weatherhead (Sparklehorse) auch noch prominente Unterstützer an Bord haben. Weil aber erneut wirklich herausragende Songmomente fehlen, plätschern Maplewood mit „Yeti Boombox“ weiter auf höchstem Niveau“, schreibt das Internet-Magazine Kultur-News und der gut alte Rolling Stone fügt in seiner Augustausgabe hinzu: „Tief geerdet ist das zweite Werk von Maplewood. Das Debüt hatte die Westcoast nach New York verlegt; Maplewood spielen harmonieschweren Seventies-Canyon-Folk wie America, CSN oder The Byrds. Die Zwölfsaitige schimmert, die Elektrische gniedelt selbstvergessen, die mehrstimmigen Gesänge schweben über allem. Schon auf ihrem Debüt zelebrierte die All-Star-Gruppe aus Mitgliedern von Nada Surf, Campale und Koester klassischen Westcoast-Sound mit CSN-Harmonien, Byrds-Gitarren und dem Soft-Pop von America. Nun haben sie gar am Comeback-Album der „Horse With No Name“-Combo mitgewirkt und zudem ein zweites Album aufgenommen, auf dem Americas Gerry Beckley mitsingt“ und vergibt 3 Sterne in seiner Plattenkritik.

Ganz aus dem Häuschen ist der Rezensent einer amerikanischen Rockpostille:

Wie der Duft von blühendem Jasmin weht der Maplewood-Sound durch tiefe Schluchten zu den Stränden und hinaus in die endlose Wüste, eine Ode an das kalifornische Ideal, besungen und beschworen durch Vorläufer wie America, Bread, The Flying Burrito Brothers, Gene Clark, 70’s Beach Boys, späte Byrds, The Stone Canyon Band, John Phillips, Neil Young, Hearts and Flowers und sogar CSNY. Die amerikanische Presse meint, Maplewood seien nur einen Zug („toke“) vom Kosmos entfernt, Vorboten einer neuen Bewegung, die sich wieder in Bewegung setzt. Na ja, wir meinen: Es ist schlicht verdammt gute Musik, die Spaß bringt! Für die fünf Mitglieder von Maplewood entwickelten sich verlorene Songperlen wie »Ventura Highway« (America) oder »Make It With You« (Bread) von verbotenen Früchten zu verborgenen Schätzen. In diesen verstoßenen und fast vergessenen Hymnen fanden Maplewood ihre Inspiration.

Nennt es Canyon Rock, nennt es Breezy Pop oder Desperado Dust, Maplewood sind wie ein Sonnenaufgang in der Wüste, wie der späte Nachmittag weit oben in den Orangenhainen, wie ein Strandspaziergang im Mondlicht mit einer Flasche gutem Wein und der Person, die man wirklich liebt“

Supported werden die Jungs von Simone White, deren Stimme mich beim ersten Mal hören an Kate Nash erinnerte. Simone White, Songwriterin aus Kalifornien, könnte man als personifizierten Brückenschlag zwischen klassischen Songwriterinnen vom Schlage einer Joni Mitchell oder Karen Dalton zu modernen indie-sozialisierten Künstlerinnen wie Cat Power bezeichnen. Simone White ist lange nicht so folky wie eine Joni Mitchell, aber bei weitem nicht so herb wie Cat Power. Sie stammt ursprünglich aus Hawaii, ist ein echtes Hippie-Kind (Künstlerfamilie noch dazu), ist in Gestus und Auftreten sehr Retro und schafft es dennoch, Anachronismen wie den Folk-Protest-Song ins heute zu transformieren. Musik auf die sich mindestens zwei Generationen einigen werden können.

www.myspace.com/simonewhite

Klingt auf jeden Fall so, als ob mit diesem Konzert ein stilvoller Eintritt in den Herbst ansteht.

Schreibe einen Kommentar