LIGHTSPEED CHAMPION

PLATTE DES JAHRES 2008: LIGHTSPEED CHAMPION

2005, Presse und Musikindustrie hypen unter dem Schlagwort
„England`s burning“ jede Post-Punkband, die nicht
rechtzeitig auf den Bäumen ist, in den Pophimmel. Die Icicle
Tests werden als der kommende heisse Scheiss von dem Franz
Ferdinand Label Domino unter Vertrag genommen, bringen im
Oktober einePlatte heraus und lösen sich ein halbes Jahr
später auf. Januar 2008 erscheint in Deutschland „Falling
off the lavender bridge“, das Debüt des Test Icicles
Gitarristen Dev Hynes, der unter dem  leicht
größenwahnsinnig anmutenden Namen Lightspeed Champion, ein
von Country-Rock und Folk-Pop durchwobenes Meisterwerk
präsentiert. Smarte Kammerpop-Miniaturen  treffen auf
fulminante Epen, vorgetragen von Hynes Sirupstimme, vom
krachigen Rabauken zum Meister der bittersüßen Melodien,
radikaler geht`s kaum.„ Bedächtig und behutsam irrlichtern
Folktraditionen und orchestrale Arrangements zwischen
Amerika und England“, notiert die Kritik. Tatsächlich
tendiert die Musik des in Texas geborenen, aber in England
aufgewachsenen Multitalentes mehr Richtung Amerika, die
Slidegitarre weint,der Countryeinfluss ist allgegenwärtig.
Die Songs, deren Texte zwischen Absurdität und Melodram
schwanken,  wurden vom Bright Eyes Produzenten Mike Mogis
betreut, kein Wunder dass Hynes sofort als der britische
Conor Obert bezeichnet wurde. Dem könnte man zustimmen, mit
einem Vorbehalt: Hier ist die Kopie weit besser als das
Original.
Lightspeed Champion
Falling off the lavender bridge
Domino/Indigo

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